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Reisekrankheit: Formen

Zu den häufigsten Formen der Reisekrankheit zählen die Seekrankheit, die Flugkrankheit, Übelkeit beim Autofahren sowie die Übelkeit im Zug. Erfahren Sie hier mehr über die einzelnen Formen der Reisekrankheit.

Ein Tipp vorab, der für alle Kinetose-Formen gleichermaßen berücksichtigt werden sollte: Fragen Sie in der Apotheke nach Mitteln gegen Reiseübelkeit, die den Wirkstoff Dimenhydrinat enthalten (z.B. Superpep® Reise Kaugummi-Dragées 20 mg). Denn dieses H1-Antihistaminikum hemmt die Wirkung des Botenstoffs Histamin und greift damit an einer der Ursachen für Reiseübelkeit an.

Seekrankheit

Seekrankheit: Fakten im Überblick

Seekrankheit: Fakten im Überblick

  • Auch „Schifffahrtskinetose“ genannt
  • Bereits seit der Antike bekannt
  • Entstehung durch widersprüchliche Sinneseindrücke (Schaukel-Bewegung des Schiffes vs. visueller Eindruck der ruhigen Umgebung unter Deck)
  • Typische Symptome: Übermäßiges Gähnen, Blässe, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen
  • Interessant: Bei Schiffbrüchigen, die in Schwimmwesten im Wasser treiben, tritt die Seekrankheit in 60 Prozent der Fälle auf.

Die Geschichte der Seekrankheit („Schifffahrtskinetose“) reicht bis in die Antike zurück. So soll bereits Cicero über die Reiseübelkeit geklagt haben. Auch den Aufzeichnungen von Julius Cäsar ist zu entnehmen, dass er vor der Seekrankheit nicht sicher war. Dasselbe gilt für Johann Wolfang von Goethe, der auf seiner Italienreise die unangenehme Bekanntschaft mit der Übelkeit auf See machen musste. Die Liste ließe sich um einige weitere bekannte Namen fortsetzen: Homer, Darwin, Churchill – sie alle wussten, was es bedeutet, seekrank zu sein.

Und auch heute sind Passagiere auf hoher See keinesfalls „immun“. Schätzungen zufolge werden bei einer Fahrt über den Atlantik bereits bei mäßigen Turbulenzen rund 25 bis 30 Prozent der Passagiere seekrank. Ebenfalls interessant: Je älter die Passagiere, desto seltener tritt die Seekrankheit ein. Ein Grund dafür, dass Senioren eher in Ausnahmefällen seekrank werden. Der Grund liegt in der Degeneration des sogenannten Otolithenapparates, einem speziellen Messsystem des Gleichgewichtsorgans.

Deutlich häufiger hingegen betrifft die Seekrankheit Frauen und Kinder unter 12 Jahren.

Doch was passiert eigentlich in unserem Körper, wenn wir seekrank werden? Hier ein Beispiel: Es herrscht mäßig starker Seegang, unser Gleichgewichtsorgan vermittelt dem Gehirn den Eindruck der Bewegung. Befinden wir uns allerdings unter Deck, ruhen die Augen auf einer unbewegten Umgebung – der visuelle Eindruck stimmt also nicht mit dem Gleichgewichtssinn überein. Es kommt zu einer Stressreaktion und Botenstoffe wie Histamin oder Serotonin werden vermehrt ausgeschüttet. Fazit: Das Brechzentrum im Gehirn wird angeregt, Übelkeit, Schwindel und kalter Schweiß stellen sich als typische Symptome der Reisekrankheit ein.

Gut zu wissen: Nach etwa zwei bis drei Tagen hat sich der Körper an die neue Situation gewöhnt und die Übelkeit lässt in der Regel nach. Bis dahin sollte allerdings effektive Hilfe bei Reisekrankheit zur Verfügung stehen.

Hier finden Sie die besten Tipps gegen Seekrankheit im Überblick.

Flugkrankheit

Flugkrankheit: Fakten im Überblick

Flugkrankheit: Fakten im Überblick

  • Vor allem bei Start und Landung typisch
  • Entstehung durch widersprüchliche Sinneseindrücke (Beschleunigung beim Start vs. visueller Eindruck der Ruhe in der Flugkabine)
  • Typische Symptome: Übermäßiges Gähnen, Blässe, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen
  • Interessant: Wer Flugangst hat und somit bereits unter Anspannung an Bord eines Flugzeugs geht, hat ein erhöhtes Risiko für Übelkeit beim Fliegen

Während die Flugkrankheit früher weit verbreitet war und sozusagen als Relikt aus diesen Zeiten noch die „Spucktüten“ in den Vordersitzen klemmen, tritt die Übelkeit im Flugzeug heute vergleichsweise selten auf. Der Grund liegt einerseits in den größeren Reiseflughöhen der heutigen Zeit als auch in der Größe und Bauart moderner Jumbojets, die viele Turbulenzen gewissermaßen „abfedern“. Bewegung bzw. eine Geschwindigkeitsänderung nehmen wir daher vor allem beim Start und bei der Landung wahr. Empfindliche Personen können dann durchaus mit Schwindel, Blässe und Übelkeit reagieren. Der Grund liegt auf der Hand: Die gefühlte Bewegung stimmt nicht mit dem visuellen Eindruck überein –gerade, wenn man den Blick auf den Innenraum der Flugkabine richtet –. Es entsteht eine unterbewusst beängstigende Situation, eine Stressreaktion setzt ein. Botenstoffe wie Histamin werden im Übermaß ausgeschüttet.

Zu den bewährten Maßnahmen bei Flugkrankheit zählt zunächst einmal die richtige Platzwahl: Ideal ist ein Gangplatz auf Höhe der Tragflächen. Dort sind die Flugzeugbewegungen meist weniger zu spüren. Ebenfalls wichtig: Trinken Sie beim Fliegen keinen Alkohol und greifen Sie eher zu leichter Kost. Während Start und Landung sollten Sie besser aus dem Fenster blicken, anstatt krampfhaft das unbewegliche Anschnallzeichen anzuvisieren.

Übelkeit beim Autofahren & Übelkeit im Zug

Übelkeit im Auto und im Zug

Übelkeit im Auto und im Zug

  • Tritt oft auf, wenn die Fahrzeugbewegung dem visuellen Eindruck der Ruhe widerspricht (z.B. beim Lesen im Auto)
  • Typische Symptome:  Übermäßiges Gähnen, Blässe, Übelkeit, Schwindel, Erbrechen
  • Übelkeit im Zug tritt häufig auf, wenn man entgegen der Fahrtrichtung sitzt
  • Übelkeit beim Autofahren ist vor allem auf kurvigen Strecken und im Stop and Go Verkehr  typisch
  • Vor allem Kinder und Frauen sind betroffen

Die Übelkeit beim Autofahren ist vor allem Eltern gut bekannt: Häufig dauert es nur wenige Minuten, bis es von der Rückbank tönt: „Mama, mir ist so schlecht“. Tatsächlich sind Kinder besonders häufig von der Übelkeit im Auto betroffen.

Dabei kommt es – ebenso, wie bei der Übelkeit im Zug – zu widersprüchlichen Sinneseindrücken: Ruhen unsere Augen auf einem unbewegten Gegenstand (z.B. beim Lesen eines Buches), dann steht der visuelle Eindruck im Widerspruch zu der Bewegung, die beim Fahren entsteht. Da diese Bewegung beim Autofahren noch heftiger ausfällt als im Zug (man denke an eine kurvenreiche Straße oder den Stop-and-Go-Verkehr), ist die Übelkeit im Auto eine häufigere Form der Reisekrankheit.

Der wichtigste Tipp bei Übelkeit im Auto: Der Blick sollte immer nach vorne und nach draußen gerichtet sein. Lesen oder Computerspielen sind jetzt tabu!

Beim Zugfahren sollte grundsätzlich ein Platz in Fahrtrichtung gewählt werden.

Hier finden Sie weitere praktische Tipps zum Thema:

Tipps bei Reisekrankheit

Reiseübelkeit bei Kindern: Tipps